Das Harzvorland verzaubert

(von Ute Lösch)

Unmittelbar vor der Walpurgisnacht wurde der Jugend- und Juniorenländervergleichskampf im Orientierungslauf am 28. und 29.4.2012 in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) durchgeführt.

Ein recht kleines Team aus 25 jungen Orientierungsläufern (11 bis 20 Jahre) mit ihren Betreuern nahm den Kampf um gute Platzierungen und um Punkte für die Länderwertung auf, darunter die drei Bundeskader Susen Lösch, Resi Rathmann und Leonore Winkler.

Diese konnten im Einzellauf am Samstag mit überzeugenden Leistungen aufwarten – Susen gewann in D20, Resi belegte hier den 3.Platz und Leonore errang den 2.Platz in der D16.

Aber auch die jungen Herren erreichten hervorragende Leistungen. In H14 belegte Veit Slodowski den 2.Platz wie auch Paul Pasda in der H16. In der H18 erkämpfte Friedrich Arnold den 4.Platz.

Am Abend zur Siegerehrung waren alle Teilnehmer gespannt, was die guten Platzierungen aller in den Einzelläufen für die Länderwertung bringen würde. Dass wir mit Sachsen und Bayern nicht mithalten können, war schon auf Grund der Teamgröße klar, aber Hessen, Niedersachsen und Westfalen schätzten wir nur leicht stärker ein.

Spannend wurde die Bekanntgabe der erreichten Punktzahl natürlich mit den schwächsten Landesverbänden begonnen. Dann fiel schon der Name Westfalen, weiter ging es mit Niedersachsen und Hessen. Somit war die Sensation perfekt – nach den Einzelläufen lag Thüringen auf dem 3.Platz in der Länderwertung nach 5.Plätzen in den Jahren 2010 und 2011. Aber der Vorsprung vor Hessen und Niedersachen war recht gering. Bayern und Sachsen lagen uneinholbar vor uns.

Am Sonntag zu den Staffelläufen galt es also diese hervorragende Platzierung zu verteidigen. Thüringen hatte in allen Altersklassen Staffeln aufgestellt, in Ermanglung männlicher Starter in H16 und H20 mit jeweils einer Läuferin (Leonore und Susen).

Unser „Küken“ Paula Wichmann feierte am Staffeltag ihren 11.Geburtstag und natürlich wurde bei der Teambesprechung vor dem Massenstart von allen ein Ständchen für sie gesungen. Das hat sie bestimmt nochmals für den Staffelstart in der D14 motiviert, wobei sie sich recht achtbar als eine der jüngsten Läuferinnen schlug.

Die D20-Staffel in der Besetzung Lisa Müller, Sarah Hempfling und Resi Rathmann erkämpfte den 3.Platz.

Die H16-Staffel (Leonore Winkler, Daniel Leese und Paul Pasda) erreichte ebenfalls den 3.Platz. Aber auch die anderen Staffeln schlugen sich beachtlich.

Ein sensationeller Staffelerfolg wie im vorigen Jahr mit dem Sieg der H18-Staffel mit zwei Frauen (Susen, Friedrich, Resi) gelang dieses Mal nicht noch einmal.

Es blieb die Frage: Reichten am Ende die ausgeglichenen Ergebnisse aller trotz der Disqualifikation der H18-Staffel zur Verteidigung des dritten Platzes in der Gesamtwertung? Auch bei den Niedersachsen wurde eine Staffel (D18) aus der Wertung genommen und Hessen hatte die D14 von Anfang an nicht besetzt.

Die gesamte Siegerehrung über fieberten die Thüringer Teilnehmer und Betreuer der Bekanntgabe des Gesamtergebnisses entgegen. Aber vorher wurde natürlich noch unser Geburtstagskind geehrt.

Dann kam endlich die ersehnte Ansage: „Auf den 6.Platz: Westfalen, den 5.Platz holt Niedersachsen…“. Die Spannung stieg enorm. „… den 4.Platz belegt … Hessen.“ Der Jubel war einfach unbeschreiblich. Das „und auf dem 3.Platz: Thüringen“ ging im Jubellärm völlig unter.

Bayern belegte abschließend den 2.Platz, nahm aber zumindest in der Jugendwertung mit einem Punkt Vorsprung vor Sachsen den Pokal entgegen und Sachsen belegte wie fast immer insgesamt den 1.Platz.

Der Zauber des Harzes hat also das Thüringer Jugendteam dieses Jahr beflügelt.

Mit schönen Erinnerungen, erschöpft, aber überglücklich konnte das Team die Heimreise antreten.

Die guten Leistungen der jüngeren Teilnehmer lassen für das nächste Jahr wieder auf eine gute Platzierung hoffen. Welcher Geländezauber vielleicht dann wirken wird, ist völlig unklar, da sich bislang noch kein Ausrichter für die traditionelle Veranstaltung gefunden hat.